Politische Online-Kommunikation - Absagen
Geschrieben am 07.02.2007
Über eventuell neu eingegangene Faxe und Briefe habe ich noch keinen Überblick, aber auf elektronischem Wege muss sich unsere Studie bisher mit gut einem Prozent Rücklauf zufrieden geben. Das ist ein wenig mager für einen sehr klar umrissenen und direkt angesprochenen Personenkreis. Drei Absagen lassen Vermutungen zu, warum das so ist.
"Keine Zeit" war die knappste und immerhin ehrliche Begründung.
Mehr ins Grübeln gekommen bin ich über die Mitteilung, der Herr Abgeordnete antworte nicht auf den Fragebogen, "weil dieser schlecht strukturiert sei und ein Teil der Fragen für ihn nicht relevant sind". Dazu hätte ich gern mehr gewusst. Schließlich ist es nicht so, dass sich niemand mit der Struktur des Fragebogens beschäftigt hätte. Für andere Abgeordnete waren die Fragen offensichtlich durchaus relevant. Auch zu erfahren, dass manche Abgeordnete noch gar nicht online vertreten sind, wäre ein Erkenntnisgewinn gewesen.
Versöhnlicher ist der Ton einer Mail mit folgendem Wortlaut: "Wir haben Ihre eMail mit dem Fragebogen erhalten, doch nehmen die Umfragen in letzter Zeit überhand, so dass wir in unserem Büro die grundsätzliche Vereinbarung getroffen haben, an solchen Aktionen nicht mehr teil zu nehmen, da unsere Kapazitäten begrenzt sind." Keine Zeit also auch hier, aber immerhin die Bitte um Verständnis.
Es wäre naiv anzunehmen, dass wir als Einzige an der Meinung unserer Volksvertreter interessiert sind. Dennoch schade, dass eine solche wissenschaftliche Anfrage offensichtlich in der Mail-Flut unterschiedlichster Interessengruppen untergeht. Ich hoffe noch, dass wir nur die Reaktionsgeschwindigkeit der Abgeordnetenbüros überschätzen.
Alle Artikel zur Befragung "Politische Online-Kommunikation" der WWU Münster
3 Kommentare
Von Tobias am 09.02.2007, 14:23
Man sollte ja meinen, daß sich die Abgeordneteten über ein wenig Abwechslung bei langweiligen Sitzungen freuen würden - anstatt Strichmännchen zu malen, könnten sie locker mal einen Fragebogen ausfüllen! ;)
Ernsthaft: Schade, daß es mom. so wenige verwertbare Antworten für euch gibt - die Untersuchung ist nach wie vor sehr spannend!
Von Till am 08.02.2007, 12:12
Vier oder fünf Faxe und Briefe sind eingegangen! Noch liegen sie mir nicht vor, aber am späten Nachmittag werde ich wohl die nächsten Informationen veröffentlichen können.
Von Till am 08.02.2007, 12:04
Soeben ist eine weitere Absage unter Hinweis auf die Vielzahl der eingehenden Fragebögen eingetroffen. Offensichtlich gilt es, sich aus einer großen Masse von Befragungen hervorzuheben. Eventuell wird die Befragung nun statt in die Breite in die Tiefe gehen, bei denjenigen, die sich Zeit für eine Antwort genommen haben.



