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Politische Online-Kommunikation - Ergebnisse 1/2

Geschrieben am 11.04.2007

Unsere Befragung zum Politischen Online-Campaigning ist beendet. Einigen Widrigkeiten zum Trotz konnten wir einige Ergebnisse aus den eingegangenen Antworten ziehen, die ich hier in aller Kürze, nach den Fragen geordnet, vorstellen möchte.

Frage 1: Wichtigkeit von Online-Instrumenten
Von der Wichtigkeit von Online-Instrumenten im Allgemeinen scheinen die Abgeordneten überzeugt zu sein: Keiner ordnete sie geringer als "mittel" ein, der Durchschnitt liegt auf der Skala von 1=sehr niedrig bis 5=sehr hoch bei rund 3,8, also knapp unter einer "hohen" Wichtigkeit.

Frage 2: Nutzen einzelner Instrumente
Anders sieht es in der Beurteilung einzelner von uns genannter Online-Instrumente aus, nach deren Nutzen wir fragten. Leider konnten in dieser und der folgenden Frage aufgrund eines technischen Fehlers nicht alle Bögen ausgewertet werden, die empirische Basis wird also noch dünner. Beim Durchschnitt der verbliebenen Antworten zeigt sich, dass nur Rapid Response mit 3,8 und Online-Werbung mit 3,3 die "mittel"-Hürde nehmen können. Blogs und Podcasting stehen mit 3 noch im neutralen Bereich, Social Software, Virals, Online-Fundraising und E-Cards folgen im als weniger nützlich eingeschätzten Bereich.

Frage 3: Einsatz der Instrumente
Nach Ausschluss der nicht verwendbaren Bögen blieben für diese Frage noch zehn gültige Antwortbögen. Deren Antworten verteilen sich wie folgt:
Weblogs werden von zwei Befragten eingesetzt, fünf planen allenfalls langfristig, ein Online-Tagebuch zu führen und für drei kommt dieses Instrument gar nicht in Frage.
Podcasts betreiben hingegen schon drei der Befragten. Drei können sich den Einsatz langfristig vorstellen, vier schließen diese Option aus.
Den Einsatz von Social Software reklamiert nur eine Befragte für sich. Fünf weitere könnten sich den Einsatz dieses Instrumentes grundsätzlich vorstellen, vier lehnen ihn ab.
Drei Abgeordnete geben an, Virals einzusetzen, drei weitere können sich das vorstellen. Vier andere würden das nicht tun.
E-Cards bietet nur ein Abgeordneter an, fünf planen dieses Angebot allenfalls langfristig. Einer hat E-Cards bereits eingesetzt, will das aber in Zukunft nicht mehr tun und drei erwägen den Einsatz nicht.
Zwei Abgeordnete betreiben Online-Fundraising, vier würden auf lange Sicht eventuell darauf zurückgreifen. Einer hat auf diese Weise bereits um Unterstützung geworben, wird das aber in Zukunft nicht mehr tun. Drei weitere erwägen diese Option von vorneherein nicht.
Rapid Response wird von dreien der Befragten eingesetzt und von vieren langfristig in Betracht gezogen. Von dreien, die generell darauf verzichten, hat einer das Instrument schon einmal eingesetzt.
Online-Werbung schaltet nur ein Befragter. Sechs könnten sich das aber langfristig vorstellen, im Vergleich ein auffällig hoher Wert. Nur für zwei kommt Online-Werbung grundsätzlich nicht in Frage.
Auffällig bei der Zusammenschau der Antworten ist, neben der Diskrepanz zur geringen Einschätzung des Nutzens, dass keiner der Befragten kurzfristig den Einsatz eines neuen Online-Instruments plant.

Fragen 4 und 5: Kommentarfunktion und Beantwortung
Von den Weblogs, die von den befragten Politikern betrieben werden, hat die Hälfte eine Kommentarfunktion, über die die Leser Feedback hinterlassen können. Bei der Hälfte der Seiten, auf denen Kommentare zugelassen werden, werden diese auch beantwortet. Persönlich antwortet ein gutes Drittel der Befragten auf Kommentare und E-Mails. Manche antworteten hier doppelt, gaben also an, dass sowohl Mitarbeiter als auch sie selbst für Reaktionen zuständig sind.

Frage 6: Reaktionszeit
Ein Einzelner gibt an, dass man bei ihm innerhalb von 8 Stunden mit einer Antwort auf einen Blog-Kommentar oder eine Mail rechnen kann. Bei der Mehrheit von 8 Befragten dauert das bis zu einer Woche, bei 6 weiteren rund einen Tag. Einer dieser 6 gibt an, dass es auch einmal noch länger dauern kann.

Fortsetzung der Ergebnisse

Alle Artikel zur Befragung "Politische Online-Kommunikation" der WWU Münster


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