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Eckgrafik zum Imitieren des verschobenen Dropshadows

Schlossöffnung bei der Staatssicherheit der DDR

Geschrieben am 29.12.2006

Arthur Meister betreibt "Lockpicking" seit seiner Kindheit, das ist das Öffnen von Schlössern ohne Schlüssel als sportliche Herausforderung. Die Motivation der Stasi war eine andere, doch die Werkzeuge haben sich geähnelt. Und natürlich hat Meister auch eine umfangreiche Sammlung von Stasi-Werkzeugen, die er dem neugierigen Auditorium im Einsatz präsentiert.

Das Prinzip eines Schlosses ist einfach: Von den Zacken des Bartes werden mehrere federnd gelagerte Stifte genau soweit eingedrückt, dass sie den Schlosskern nicht mehr hindern, sich zu drehen. Um das zu bewerkstelligen, braucht es natürlich nicht unbedingt den Originalschlüssel.

Aus einem sogenannten "Himmelsschlüssel" ließen sich die Zacken nach dem Einführen in den Schließzylinder ausfahren. Mit diesem simplen Werkzeug ließen sich nahezu alle Schlösser seiner Zeit öffnen. Den Himmelsschlüssel gibt es in verschiedenen Ausführungen von sehr einfachen bis zu komplexen für Kreuzbartschlüssel.

Auch eine kleine handliche Schlüsselfräse hatte die Stasi zur Verfügung, mit der an Ort und Stelle anhand des Himmelsschlüssels Nachschlüssel gefertigt werden konnten. Was Meister noch alles im Gepäck hatte, waren im Großen und Ganzen Varianten des besagten Himmelsschlüssels und kleine Hilfsmittel. Was man so alles braucht, um sportlich Schlösser zu öffnen, zeigen die Sportsenthusiasts of Lockpicking, ein Lockpicking-Sportverein, dem auch Meister angehört.

Nach dem Vortrag habe ich es selbst versucht - mit billigen Sicherheitsschlössern ist es verdammt einfach und mit einem Bißchen Fingerspitzengefühl bekommt man auch kompliziertere Varianten auf. Vorsicht: Dieser Sport macht süchtig - und nützlich ist er auch. ;-)


Sportsenthusiasts of Lockpicking - Europe
Steckbrief des Vortrags beim 23c3


3 Kommentare

Von Till Achinger am 25.09.2007, 09:17

Hallo und vielen Dank für die ergänzenden / richtigstellenden Kommentare. Wie man merkt bin ich tatsächlich fachfremd. Es kann tatsächlich sein, dass ich irgendwo den Faden verloren habe.
Grüße, TA

Von AmaG am 25.09.2007, 07:34

Hallo,

ich vermutel einfach mal, dass tatsächlich der Kammpick aka Himmelsschlüssel gemeint ist. Ich habe den Vortrag von Arthur in Sneek selbst gesehen. Ich vermute der Author dieses Artikels hat sich einfach aus unwissenheit unkorrekt ausgedrückt.

Normale Stiftschlösser wurde mit dem Himelsschlüssel geöffnet, Kreuzbartschlösser manchmal mit einem Decoder, der ähnlich wie ein Sputnik auch den Code zum erstellen eines schließenden Schlüssels bereitstellt. Der Author scheint den Himmelsschlüssel und den Kreuzbartdecoder "vermitscht" zu haben.

Gruß,
AmaG

Von Retak am 25.09.2007, 02:47

Hallo,sind Sie sicher,dass es ein Himmelsschlüssel war und kein "Sputnik"?Genau letztgenannter funktioniert nämlich nach den von ihnen beschriebenen Prinzip.Der Himmelsschlüssel oder Kammpick ist ein kammartig ausgeschnittener Metallstreifen,mit dessen Hilfe man die Stiftsäulen komplett aus dem Kern drückt,so dass dieser frei wird und gedreht werden kann,was aber bei "extrem bestifteten"Schlössern nicht funktioniert.Eine Dekodierung zwecks Nachfertigung eines Schlüssels ist damit nicht möglich.Naeheres dazu und noch mehr finden Sie auch hier im Lockpicking-Forum http://koksa.org/showthread.php?t=8339
Viele Grüsse Retak

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