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Yet another Web 2.0 definition

Geschrieben am 10.04.2007

Für ein Projekt versuche ich im Augenblick, den Trend Web 2.0 auf den Punkt zu bringen. Damit, dass das "Mitmach-Web" von seiner Philosophie her alter Wein in neuen Schläuchen ist, will ich mich nicht zum zehnten mal auseinandersetzen. Fakt ist: Mit der Verbreitung schneller Internetanschlüsse und neuer Web-Technologien sind im Netz Formen der Interaktion möglich geworden, die es so vor kurzem noch nicht gab. Wie aber lassen sich diese beschreiben und wohin führt der Weg? Da ich weiß, dass sich einige meiner Leser mit dem Netz und seinen Trends beschäftigen, ist das hier ein ausdrücklicher Web 2.0-Artikel: Er ist zum Mitmachen gedacht!

Web 2.0, der gegenwärtige Hype der Internet- und Medienwelt, wird oft gleich gesetzt mit User Generated Content, von den Nutzern selbst hergestellten Inhalten. Die Betreiber der Web 2.0-Seiten stellen oft nur die Infrastruktur und allenfalls noch Moderation und Redaktion zur Verfügung. Die Publikation von Inhalten allein ist aber nur die halbe Miete: Ebenso wichtig ist die Vernetzung: Vernetzung von Individuen, aber auch von Daten. Sogenannte Metadaten, Information über andere Informationen, sind bei der Fülle verfügbarer Daten unabdingbar geworden.
Die Möglichkeiten dafür gehen im Web 2.0 über die althergebrachte Linkliste weit hinaus. RSS und Atom liefern Daten bildlich gesprochen frei Haus, in Wikis spielen die Nutzer die Weisheit der Vielen aus, Ajax und XML sorgen für schnelle und effiziente Bedienung. Die Marktforscher von Gartner wollen herausgefunden haben, dass Ajax, Mashup, Social Network Analysis (SNA) und 'Kollektive Intelligenz' die Schlüsselworte der schönen neuen Welt sind.

Vielleicht sind Tags die bezeichnendste Erscheinung des Web 2.0. Sie sind für das Web das, was Signaturen und Zettelkästen für Büchereien sind: meist von den Usern generierte Metadaten, die Informationen oder Internetseiten zugewiesen und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, zum Beispiel bei Social Bookmarking-Diensten wie del.icio.us.
Diese Dienste markieren auch einen weiteren deutlichen Web 2.0-Trend: Die Verlagerung von Daten und Programmen vom lokalen Rechner ins Internet: Noch sind es vor allem die Lesezeichen aus dem Browser, die online organisiert werden, doch nicht nur Microsoft und Adobe sehen in Online-Programmen die Zukunft.

Intern nutzen Unternehmen zum Beispiel schon Wikis für die Dokumentation oder das Wissensmanagement. Für die Kommunikation mit ihren Kunden und die Vermarktung ihrer Produkte haben sie Communities als Kanal entdeckt. Dabei kommt ihnen entgegen, dass die neuen erfolgreichen Communities durch gemeinsame Interessen und Themen ihrer Nutzer geeint werden und nicht durch ihre Demografie. Das macht sie als Zielgruppen wertvoll.
Als wichtig für den Erfolg einer Web 2.0-Community wird genannt, dass sie gute, also interessante und relevante, Inhalte liefert, die Kommunikation fördert und das tägliche Leben erleichtert.


Mitdenken-mitschreiben! Anderer Meinung? Fehlt etwas elementares? Zur Erinnerung: Es geht um eine kurze Definition und eine Trend-Vermutung, nicht um eine politische oder soziologische Diskussion. Ich freue mich auf Kommentare.


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