Knopflöcher finden - Strategie festlegen
Geschrieben am 08.12.2006
"Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande." Trivial? Goethe. Und wie wahr: Nicht nur bei Oberbekleidung gilt der schlichte Grundsatz "eins nach dem anderen". In vielen Situationen fällt es jedoch schwer, Probleme mit dem nötigen Abstand zu betrachten und den passenden Ansatz zu finden.
Im Tagesgeschäft zählt der unmittelbare Output. Je nach Branche gibt es ein konkretes Produkt zu vermarkten oder einen aktuellen Anlass zu bewerben, die notwendigen Mittel scheinen auf der Hand zu liegen: Eine Werbeanzeige hier, ein Mailing dort, auf die Internetseite muss ein neuer Text. Was in dieser Tretmühle oft auf der Strecke bleibt, ist der Blick für das Ganze: Welches Bild vermitteln die von mir eingesetzten Instrumente in der Summe? Sind die von mir gesetzten Signale in sich und untereinander stimmig? Passen sie überhaupt noch zu meinem Produkt, zu meinem Unternehmen oder hat die geschäftliche Wirklichkeit meine Kommunikation abgehängt?
Es lohnt sich, sich auch im laufenden Betrieb hin und wieder Zeit für strategische Planung zu nehmen. Für den Anfang genügen Stift und Papier. Fixieren Sie Ihre Unternehmensziele. Formulieren Sie Schritte auf dem Weg dorthin.
Was sind Ihre Stärken? Lassen die sich noch ausbauen?
Wo liegen Ihre Schwachstellen? Wie lässt sich gegensteuern?
Darauf kann Ihre Kommunikationsstrategie aufbauen.
Wie wollen Sie gesehen werden und von wem?
Wofür steht Ihre Marke?
Wie lassen sich Ihre eingangs formulierten Schritte kommunikativ unterstützen, Stärken kommunizieren und Schwächen relativieren?
Nun sind Sie weit genug zurückgegangen, das "erste Knopfloch" zu finden. Vielleicht fragen Sie einen Experten oder einfach Freunde und Bekannte, die nicht "betriebsblind" sind (das empfiehlt sich schon bei den ersten Schritten).
Vielleicht stellen Sie fest, dass Sie sich manche Maßnahme sparen können, eventuell lieber an anderer Stelle investieren. Haben Sie Widersprüche in Ihrer Kommunikation oder zwischen Kommunikation und Wirklichkeit entdeckt? Nun haben Sie Gelegenheit zur Korrektur.
Geben Sie Ihre Überlegungen weiter - an Mitarbeiter, Ihre Agentur, an die Menschen, die für Ihre Außenwirkung verantwortlich sind.
Keine Widersprüche? Keine Korrekturen nötig? Um so besser. Legen Sie Ihre Notizen beiseite und werfen Sie hin und wieder einen kritischen Blick darauf. Alles ändert sich einmal, und dann wollen Sie doch nicht mit offenen Knöpfen dastehen, oder?
0 Kommentare



