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Lobo / Friebe: Wir nennen es Arbeit

Geschrieben am 10.03.2007

Die digitale Bohème oder Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung

Lobo / Friebe: Wir nennen es Arbeit Zugegeben: Ganz neu ist es nicht mehr. Ich wollte dieses Buch von Anfang an unbedingt empfehlen, jedoch nicht, bevor ich es zu Ende gelesen habe. Währenddessen habe ich es bereits mehrfach empfohlen und verschenkt, denn in meinen Augen ist es ein Standardwerk eines neuen Unternehmertyps.

Lobo und Friebe stehen auch hinter dem erfolgreichen Weblog "Riesenmaschine" und der "Zentralen Intelligenz Agentur". "Die Digitale Bohème oder Intelligentes Leben jenseits der Festanstellung"umreißt als Untertitel recht gut, worum es in ihrem Buch geht. "Wir nennen es Arbeit"ist ein Manifest, Bestandsaufnahme, Vision und Aufruf, 300 Seiten Werbung für das Konzept einer neuen Selbständigkeit, nur im Einzelfall mit Büro oder Laden, lieber ohne Angestellte, aber immer mit Laptop und Internet.

Was es mit ihrer Wortschöpfung, die den beiden Autoren schon streitig gemacht wird, auf sich hat, erklären sie im ersten Kapitel "Das Prinzip Bohème"und widmen sich darauf dem Angestellten und seinem Dasein. Sie fordern nicht die Abschaffung der Lohnarbeit, haben aber für sich selbst den Beschluss gefasst, dass das nicht ihre Lebens- und Arbeitsform sein kann. Der Rest des Buches widmet sich der Lebenswelt, den Produktionsbedingungen, Chancen und Risiken der "Digitalen Bohème".

Dabei gehen sie auf ganz konkrete technische und politische Fragen genauso ein, wie sie weit ausholen, um den philosophischen und sozialgeschichtlichen Hintergrund zu beleuchten. Eine wachsende Zahl von Menschen, so ihre These, denkt, lebt und arbeitet in lockeren Netzwerken, lässt seiner schöpferischen Kraft freien Lauf und verdient Geld da, wo es vielleicht niemand vermutet.

Wer an der strikten Teilung zwischen Arbeit und Freizeit sowie am geregelten, scheinbar sicheren Angestelltenverhältnis hängt, dem mag "Wir nennen es Arbeit" so fern liegen wie dem Kreationisten die Evolutionslehre. Allen, die ihren Weg (noch) suchen, beruflich oder privat (lässt sich das wirklich trennen?), kann dieses Buch Mut zusprechen und Inspiration liefern. Den anderen erklärt es zumindest, was diese Typen mit ihren Laptops den ganzen Tag im Café machen. Es ist keine Anleitung zur Selbständigkeit, nur der Beweis, dass es geht.

Sascha Lobo / Holm Friebe:
Wir nennen es ArbeitBild
broschiert, EUR 17,95
bestellen bei Amazon

Die Webseite zum Buch: www.wirnennenesarbeit.de


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