Politische Online-Kommunikation - Erste Einblicke
Geschrieben am 01.02.2007
Die ersten Antworten sind da, und meine erste persönliche Überraschung auch: Ich hätte der SPD mit ihrem auf Parteiebene recht starken Online-Engagement und den Grünen mit ihrem vergleichsweise geringen Altersdurchschnitt die geringsten Reaktionszeiten zugerechnet. Doch die bisher eingegangenen Fragebögen kommen samt und sonders von Christdemokraten und Liberalen. Im Folgenden ein paar absolut nicht repräsentative Auffälligkeiten.
Alle Beteiligten stufen die Wichtigkeit von Online-Instrumenten innerhalb einer Kampagne als "hoch" oder "sehr hoch" ein. Würden sie das nicht tun, hätten sie wahrscheinlich auch noch nicht geantwortet - und schon haben wir die erste Verzerrung.
Ein wenig widersprüchlich wird es, wenn es dann um Einsatz und Beurteilung einzelner Instrumente wie Blogs geht: Alle bisherigen Befragten halten Online-Campaigning für wichtig und setzen fast alle abgefragten Instrumente ein (beim Podcasting stehen alle in den Startlöchern, auf uns scheint eine Welle von Politiker-Podcasts zuzurollen). Dennoch sehen sie nur einen sehr geringen bis geringen Nutzen in diesen Instrumenten.
Mittlerweile ist ein technischer Fehler aufgefallen, der für die große Zahl eingesetzter Online-Instrumente und geplanter Podcasts verantwortlich war. Die bereinigten Ergebnisse sind im Beitrag "Ergebnisse" und in der Zusammenfassung zu finden.
Nur einer der Befragten beantwortet seine Mails und Blog-Kommentare persönlich. Die von allen angegebene Reaktionszeit von einem Tag haben sie bereits bewiesen.
Wie entscheidend die verschiedenen Medien erster Ordnung für ihre Kampagnen sind, beurteilen die Politiker völlig unterschiedlich. Eventuell lassen sich Trends oder Lager ausmachen, wenn eine größere Zahl an Antworten vorliegt.
Mit Spannung warten wir ab, wie viele Politiker oder Mitarbeiter zum Ende dieser oder im Lauf der nächsten Woche die Zeit finden, den Fragebogen zu beantworten. Vielleicht erwarten uns noch mehr Überraschungen.
Alle Artikel zur Befragung "Politische Online-Kommunikation" der WWU Münster
1 Kommentare
Von Tobias am 01.02.2007, 19:24
Also mehr ein Medientrend, auf den die Politiker aufspringen anstatt ein ernstzunehmendes Medium... Aber ich glaube dies wird sich ändern, wenn die Masse der Internetnutzer aufgehört hat, dieses Medium nur für die Suche nach Nacktbildern von Jennifer Aniston zu benutzen! ;) Und das wird denke ich doch sehr bald der Fall sein!



