Politische Online-Kommunikation - Zusammenfassung
Geschrieben am 11.04.2007
Unsere Befragung im Rahmen des Seminars "Strategien politischer Reformkommunikation" am IfK der WWU Münster hat vielleicht mehr Erkenntnisse über die Anlage von Online-Befragungen und die Antwortbereitschaft von Bundespolitikern zutage gefördert, als über den Einsatz von Online-Instrumenten in der politischen Kommunikation. Letztendlich mussten wir mit 18 verwertbaren Antworten auskommen, einem Rücklauf von knapp drei Prozent also. Davon war ein großer Teil aufgrund technischer Probleme nur passagenweise brauchbar. Dennoch lassen sich auch aus der geringen Zahl verwertbarer Antworten einige Vermutungen ableiten, die einen Ansatz für weitere Befragungen liefern könnten.
- Die Bundespolitiker halten Online-Instrumente im Wahlkampf für wichtig.
- Bis auf Rapid Response und Online-Werbung schneiden die einzelnen abgefragten Online-Instrumente in der Beurteilung ihres Nutzens allenfalls durchschnittlich ab. Dennoch werden viele bereits eingesetzt oder sind in Planung.
- Von den Bloggern unter den Politikern erlaubt die Hälfte ihren Nutzern das Hinterlassen von Kommentaren. Diese und eingehende E-Mails beantwortet etwa ein Drittel persönlich. Die Reaktionszeit der Abgeordneten ist für Online-Verhältnisse lang: Nur ein einziger antwortet binnen acht Stunden, die meisten brauchen zwischen einem Tag und einer Woche für eine Antwort, manche nehmen sich sogar noch mehr Zeit. Dass ihr Weblog die Kommunikation mit den Bürgern signifikant verbessert hätte, glaubt kaum ein bloggender Abgeordneter.
- Das Internet setzt zum Überholen an: Liegt es in der gegenwärtigen Einschätzung der Bundespolitiker in der Rangliste der Wichtigkeit noch auf Platz vier hinter TV, Zeitungen und Radio, nimmt es in Zukunft Platz zwei nach dem Fernsehen ein.
- In den genannten Beispielen aus der offenen Frage zeigen sich große Unterschiede in der Beschäftigung mit Online-Campaigning.Während einige wenige Abgeordnete bereits konkrete, aktuelle Projekte vorweisen können, scheint die Mehrheit der Bundespolitiker den neuen Möglichkeiten noch indifferent gegenüber zu stehen.
Für Feedback und Fragen zur Untersuchung stehe ich gern zur Verfügung.
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