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Eckgrafik zum Imitieren des verschobenen Dropshadows

Wie designe ich ein gutes Interface?

Geschrieben am 27.12.2006

Heute Morgen hat Corinna Habets, unsere Netzwerkpartnerin im Bereich Web-Entwicklung, beim 23c3 ihren Vortrag "Wie designe ich ein gutes User-Interface" gehalten. Dabei propagiert sie etwas, das eine Selbstverständlichkeit sein sollte, bei der Entwicklung von Computerprogrammen und Internetseiten, aber auch zum Beispiel von Automaten zu oft außer Acht gelassen wird: Einen anwenderzentrierten Blickwinkel, den User's Point of View.

Was ist überhaupt eine schlechte Benutzeroberfläche? Eine, über die der Nutzer nachdenken muss, eine, die den Workflow stört, sagt Habets. Anhand vieler teilweise recht amüsanter Beispiele erläutert sie anschließend, wie Benutzeroberflächen von der falschen Seite aus entwickelt werden und den Benutzer mehr verwirren als für Orientierung sorgen.

Einer der vielen Fallstricke auf dem Weg zu einer guten Benutzeroberfläche ist, dass diese die Struktur wiederspiegelt, die dem Programm zugrunde liegt. Doch die Anwender wollen weder wissen, welche technischen Details sich hinter der Oberfläche verstecken, noch wie sie entstanden sind. Für ihn ist das Programm ein einziges homogenes Gebilde, das er mit einem bestimmten Zweck verwendet und das eine Aufgabe erfüllen soll.
Das ist der Punkt, an dem man nicht nur für die Programmierung, sondern auch für die PR lernen kann. Auch ein Unternehmen ist mit seinem Auftreten nach außen ein und dasselbe. Der Verbraucher macht keinen Unterschied, ob gerade die PR-Abteilung, das Marketing oder die Kunden-Hotline mit ihm spricht.

Entwickler und Designer sind in ihrer Wahrnehmung und in ihren Nutzungsgewohnheiten weit weg vom durchschnittlichen Anwender (oder vom durchschnittlichen Rezipienten, Kunden...). Was für sie Sinn ergibt, muss das nicht für andere tun. Manchmal wissen sie es auch besser und können es aufgrund von Geldmangel oder Druck von oben (der Kunde hat immer recht) nur nicht durchsetzen.
Warum man es besser machen sollte? Weil für den Anwender die Benutzeroberfläche die Anwendung ist (wie für den Kunden die Öffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens, ich kann mir diese Parallele nicht verkneifen). Die Oberfläche ist alles, was der Anwender je zu sehen bekommt, und wenn er damit nicht zufrieden ist, kann das Programm genial sein - er wird es trotzdem hassen.

Für die konkrete Umsetzung gibt Habets Programmierern ein paar Spielregeln an die Hand, zum Beispiel für richtiges Timing (keine Verzögerung über 100 Millisekunden sollte unkommentiert geschehen, kein Schritt zum Beispiel eines Installationsdialogs länger als 10 Sekunden dauern...), Wiedererkennung, Gedächtnisleistungen und Konsistenz. Und sie rät vor allem zu einem: Testen, testen, testen.


Ausführliche Informationen finden Sie hier: Folien und Paper zum Vortrag
Corinna Habets erreichen Sie über ihre Website www.corinna-habets.de.


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